Reden ist Silber, Schreiben ist Gold.
Als Kind machte ich einen großen Bogen um alles was mit Buchstaben zusammen hing. Ich denke es lag daran, dass ich Legasthenikerin war, und damals LegasthenikerInnen als geistig zurückgeblieben galten. Ein Rechtschreibfehler in der Schularbeit wurde strenger geahndet, als wenn ein Mitschüler dem anderen das Jausenbrot wegnahm. Alles in allem keine gute Erinnerung …. aber das ist Geschichte.
Erst als Erwachsene entdeckte ich, was für ein wunderbares Mittel Schreiben sein kann. Ein Mittel, um die Gedanken zu ordnen, zu reflektieren, vergangene Wunden zu heilen und nicht zuletzt, an der Gesellschaft zu partizipieren.
Wer schreiben kann, wird auch gesehen. Er wird gelesen, und seine Gedanken sind existent. Was gesagt wird, verblasst eben so schnell, wie es im Raum verhallt. Was geschrieben ist, existiert länger, kann weitergegeben werden und ist vor Verfälschung (willentlich oder unabsichtlich) geschützt.
Während meiner Ausbildung zur Schreibtrainerin konnte ich viel Erfahrung mit den wunderbaren Aspekten des Schreibens machen.
Was liegt also näher, als dass wir dieses Mitteln nicht nutzen sollten, um unsere Lebendigkeit wieder zu entdecken, unsere Identität zu definieren und die Zügel über das Schicksal unseres Lebens wieder selbst in die Hand zu nehmen.